1972 Ferrari 365 GTB/4 Daytona

PREIS: Upon request

Chassis 15673

Dokumentierte Restauration durch Ferrari Eberlein

Zahlreiche Originalrechnungen vom Ferrari-Werk aus den 70ern

Matching Numbers und Originalfarben

Ferrari Classiche Certified

Zweifellos einer der besten erhältlichen Daytonas seit langer Zeit

Kontakt

Der Ferrari 365 GTB/4 ‚Daytona‘

Der mittlerweile legendäre 365 GTB/4 stellte einen Quantensprung dar, als er 1968 auf dem Pariser Salon erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde. Völlig anders gezeichnet, als sein Vorgänger 275 GTB/4, und doch eindeutig als Ferrari erkennbar. Der Wagen war ein sofortiger Erfolg. Nur wenige Sportwagen aus Maranello versprühen eine ähnliche Anziehungskraft wie der 365 GTB/4. Bald erhielt der Wagen, der die letzte Version von Ferraris fabelhafter Linie früher V12 Frontmotor-Sportwagen darstellt, den Spitznamen „Daytona“ zu Ehren der beeindruckenden 1,2,3-Platzierung der Ferrari 330P4 auf dieser Strecke im Jahr 1967.
Ausgestattet mit einem komplett neuen 4,4-Liter-V-12-Motor, der 352 PS bei 7.500 U/min leistete, war der 365 GTB/4 zu einer Höchstgeschwindigkeit von 279 km/h in der Lage und war zur damaligen Zeit eines der schnellsten Serienautos der Welt.
Pininfarinas Leonardo Fioravanti war für das richtungsweisende Haifischnasen-Styling verantwortlich. Er kreierte ein Fahrzeug, das den traditionellen Sportwagenstil „lange Motorhaube, kleiner Fahrgastraum, kurzes Heck“ in einer Weise zitierte, die sowohl einen muskulösen Auftritt, als auch die Eleganz italienischer Karosseriebauer miteinander verband.
Zum Zeitpunkt seiner Einführung im Jahr 1968 war der Daytona der teuerste Serien-Ferrari aller Zeiten. Die Auslieferungen begannen in der zweiten Hälfte 1969 und die Produktionszeit des Daytona endete bereits nach vier Jahren. Nur rund 1.300 Berlinetta-Modelle und 121 Spider wurden bis zur Produktionseinstellung 1973 hergestellt.

Der von uns angebotene Ferrari 365 GTB/4

Europäisches A-Typ Modell Serie 2
Rosso Chiaro 20-R-190
Nero VM 8500 Interieur
Chassis Typ 605
Chassis Nummer 15673
Motor 251 / 1688/B
Getriebe 606 / 799
Baunummer 789°
Bei dem hier angebotenen Fahrzeug handelt es sich um die Chassisnummer 15673. Es ist ein begehrenswertes europäisches Modell der Serie 2 mit Klapp-Scheinwerfern, dem gesuchten Typ-A Daytona.
Die Typ-A Version unterscheidet sich von der US-Version in erster Linie durch einen 25 PS stärkeren Motor. Die US-Autos, die eine großen Anteil der Daytona-Produktion der Serie 2 ausmachen, hatten einen kleineren Innendurchmesser des Auspuffkrümmers, unterschiedliche Vergaserdüsen, andere Verteilersteuerzeiten und einen deutlich eingeschränkten Abgasstrom.
Die Chassisnummer 15673 wurde neu über den offiziellen deutschen Ferrari-Händler Auto Becker ausgeliefert und wurde in der zeitlosen Farbgebung Rosso Chiaro 20-R-190 mit Nero VM 8500 Interieur konfiguriert.
Der Erstbesitzer war Herr Manfred Rinklin aus Freiburg, der seinen Daytona im Mai 1972 (Zulassung HOL-DK 34) in Empfang nahm, wie dem originalen Kraftfahrzeugbrief zu entnehmen ist, der im Dossier des Fahrzeugs enthalten ist.
Herr Rinklin legte innerhalb eines Jahres 14.000 km zurück und bot den Wagen anschließend Mitte 1973 im deutschen Magazin Auto Motor & Sport zum Verkauf an.
Der zweite Besitzer, Herr Leif Wahlström aus der Gegend von Malmö in Schweden, war damals in guter Beziehung zum Ferrari-Verkaufsleiter Hans-Gunter Lehmann bei Auto Becker und ließ ihn das Auto in seinem Auftrag begutachten. Der Gesamtzustand des Wagens war tadellos und so wurde das Geschäft kurz darauf abgeschlossen.
In Schweden erhielt der Daytona die Zulassung HGP-565 und verblieb bei Herrn Wahlström bis er 1976 gestohlen wurde, jedoch glücklicherweise unmittelbar danach in einer Garage in Malmö wiedergefunden wurde. Der Vorfall führte zu einem Getriebe-Synchro-Schaden und ein paar Kratzern am Armaturenbrett. Da das Auto noch voll funktionsfähig war, traf Herr Wahlström die radikale Entscheidung, den Daytona auf Achse den gesamten Weg bis zum Ferrari-Werk in Maranello zu fahren und dort eine komplette Überprüfung der Karosserie, des Getriebes, der Bremsen, der Federung und der Lenksäule sowie eine Überholung des Motors mit verbesserten mechanischen Komponenten zu bestellen. Die Arbeiten wurden 1977 durchgeführt und es liegt die gesamte Korrespondenz sowie zahlreiche Originalrechnungen des Werks zu diesem Vorgang vor. Herr Wahlström erinnert sich, mit den Ergebnis ausgesprochen zufrieden gewesen zu sein. Durch die Arbeiten im Ferrari Werk konnte die Motorleistung von 354,5 PS auf 374 PS angehoben werden. Bei der Abholung im August 1977 durfte Herr Wahlström seinen überholten Daytona ausgiebig auf der Werks-Rennstrecke Fiorano testen, nachdem Enzo Ferrari hierfür seine persönliche Zustimmung gegeben hatte.
Auf dem Heimweg nach Schweden fuhr Leif Wahlström von Modena über Paris und Calais nach England, dort von Dover über London bis nach Inverness in Schottland. Die Heimreise führte ihn dann über Dänemark zurück nach Malmö.
Nach der Rückkehr wurde der Daytona kurzfristig auf Leifs Frau Irene Wahlström umgeschrieben. Bald darauf wurde der Wagen wieder auf Leif Mahlströms Namen registriert und bliebt bis zum Jahr 1994 in seinem Besitz. Zu diesem Zeitpunkt ging der Daytona in den Besitz von Rolf Karl Gustaf Arbinge aus Stockholm über. Dieser behielt den 365 GTB/4 gut 10 Jahre, nutzte ihn jedoch nur sehr sporadisch. 2005 wechselte der Daytona kurzfristig in die Hände von Lars Arne Wendel aus Velltinge, Schweden, und wurde noch im selben Jahr an Ferrari Eberlein in Kassel verkauft.
Zu diesem Zeitpunkt befand sich 15673 in sehr gutem Originalzustand. Trotzdem wurde die Entscheidung getroffen, den Wagen ohne Rücksicht auf Kosten zu restaurieren und zu perfektionieren. Eine große Anzahl an Rechnungen belegen eindrucksvoll die aufwendigen Arbeiten. Anschließend wurde der Daytona noch einer Ferrari Classiche Zertifizierung unterzogen. Im Jahr 2009 wurde der Wagen von Eberlein an den aktuellen Eigentümer verkauft, der ihn seitdem gerade einmal 1000 km bewegte.
Heute präsentiert sich der Daytona mit der Nummer 15673 in perfektem Zustand mit einem wunderbaren originalen Interieur und einem km-Stand von 45.600 km.
Der Wagen wird begleitet von seinem Bordwerkzeug, Wagenheber, Bordbuch, Ferrari Classiche Red Book und seinem imposanten Dossier mit zahlreichen Originaldokumenten. Ohne Zweifel handelt es sich um einen der besten Daytona, die in den vergangenen Jahren auf dem Markt zu finden waren. Dank der interessanten und lückenlosen Historie sowie der peniblen Restaurierung durch einen der renommiertesten europäischen Ferrari Spezialisten stellt dieser Daytona eine ideale Ergänzung für jede bedeutende Ferrari-Sammlung dar.

Fotos: Stephan Bauer